energie

Sonntag, 5. Oktober 2008

Das Wort zum Sonntag

Im heutigen Wort zum Sonntag lernen wir, wie man Energie spart und dabei trotzdem unabhängig bleibt:

Video: Energiepreise

Amen

Montag, 28. Mai 2007

Perspektiven für eine vollständige Stromversorgung Europas und seiner Nachbarn aus erneuerbarer Energie.

Wurden im Rahmen der Ringvorlesung Umwelt an der TU München von Herrn Dr.-Ing. Gregor Czisch vor etwa 250 interessierten ZuhörerInnen aufgezeigt.

Die Ausgangsfrage dieses Vortrags war nicht, ob es möglich ist, Europa rein aus regenerativen Energien zu versorgen, sondern welche Lösungen bieten sich aus ökonomischer Sicht an.
Dazu ist nach Ansicht von Herrn Czisch aufgrund der Ressourcen und Klimaproblematik der zeitliche Spielraum relativ gering (10-15 Jahre). Er ist der Meinung, dass wir uns nicht von Traumtänzereien, wie z.B. der Photovoltaik (wie sie von Herrn Hermann Scheer gepriesen wird) verwirren lassen sollten. Vielmehr sei zu bedenken, dass Europa bis 2020 einen enormen Energiebedarf zu decken hat (?80GW zusätzlich?).
Die Politik verdrängt dies zu sehr und sucht den Ausweg zur Deckung des enormen Energiebedarfs im Bau zusätzlicher Kernkraftwerke. Sind diese jedoch notwendig? Herr Czisch führte dazu umfangreiche Untersuchungen für eine vollständige Energieversorgung Europas und seiner Nachbarn (speziell Afrika) durch. Unter anderem wurde gezeigt, dass die Stromkosten, wenn überhaupt, kaum über den heutigen liegen würden. Ökonomisch sinnvoll kann Energie in folgender Weise erneuerbar erzeugt werden.

Wasserkraft
Lauf-, Speicherkraftwerkstypen.
Speziell die Speicherkraftwerkstypen würde in Czischs-Modellrechnung einen wichtige Komponente darstellen, da das Gesamtvolumen in Europa derzeit den Strombedarf von einem Monat decken kann. Hervorragender Backup-Energielieferant.
Biomasse
Kosten derzeit 7,5 ct/kWh.
Können relativ schnell hochgefahren werden. Ideal als Backup-Energieversorgung.
Photovoltaik
Kosten derzeit in Europa über 60 ct/kWh, deshalb aus ökonomischer Sicht nur bedingt interessant.
Photovoltaikanlagen brauchen sonnige aber auch kühle Lagen, um gut zu funktionieren. Weltweit gesehen würden sich Gebiete im Himalaya (21ct/kWh), den Anden oder in Namibia anbieten.
Solarthermische Kraftwerke
Potenzial in Wüstengebieten, z.B. kann die Sahara den Strombedarf von 700xEU decken. Energie kann gespeichert werden (Wirkungsgrad > 90%). Der Wirkungsgrad des Kollektorenfelds ist relativ hoch (ca. 50%).
Kosten:
  • Brügge: 29 ct/kWh
  • Mauretanien 7 ct/kWh (+ 2,4 ct/kWh für den Transport)
Fallwind Kraftwerke
Bei Fallwindkraftwerken wird heiße, hochgestiegene Luft bei etwa 1200m Höhe mit Sprühregen abgekühlt. Der dadurch verursachte fallende Wind wird in Riesentürmen (Höhe 1200m, Durchmesser 400m) aufgefangen und treibt an Boden eine Reihe von Turbinen an. Als Standorte bieten sich die Westküsten von Wüstengebieten an.
Kosten:
Abu Dhabi 3 ct/kWh (+1,3 ct/kWh für den Transport)
Windkraft
Ideale Gebiete für die Windkraftanlagen sind die Westküsten von Europa und der Sahara. Das Potenzial liegt bei 120-240000 Twh.(also 150x EU15+Nowegen)
Kosten:
  • Südmarokko 3ct/kWh (+1,5 ct/kWh für den Transport)
  • Deutschland 6ct/kWh


Für die Energieversorgung Europas und seiner Nachbarn ist nach Ansicht von Herrn Czisch der Bau von HGÜ-Leitungen unbedingt notwendig. Der Bereich Südeuropa, Afrika habe die größte Priorität, da nach umfangreichen Untersuchungen vor allem in Afrika Riesenpotenzial für enerneuerbare Energie vorzufinden ist.

Aus ökonomischer Sicht das günstigste Szenario ist ein Energiemix aus 70% Windkraftanlagen (vor allem in Südmarokko), der Rest teilen sich die Wasserkraft und Biomasse.

Sein Vorschlag für den Umstieg in eine vollständige Energieversorgung Europas und seiner Nachbarn geht in drei Phasen:
  1. Einbindung von Afrika (Marokko) ins EEG, Bau von Windkraft-Parks in Südmarokko.
  2. Anbindung von Afrika-Südspanien mittels HGÜ, Ausbau der Windkraft.
  3. Ausbau des HGÜ Netzes in Europa.

weiterführende Links:
Vortrag Malente
Zur Person:
Herr Dr.-Ing. Gregor Czisch ist gelernter Landwirt. Er studierte Physik an der TU München, promovierte an der Uni Stuttgart. Seit geraumer Zeit ist er am ISET der Uni Kassel tätig und beschäftigt sich mit regenerativen Energien.

Samstag, 10. Juni 2006

Energiewende?

VerkehrtWeblog-2005-04-17-6823665185

Wenn wir nicht einmal die Energiewende angehen, wie wollen wir denn jemals die Verkehrswende schaffen? Dabei hätte Österreich die besten Karten im Jahr 2020 die benötigte Energie zu 100% aus Erneuerbaren Energien zu gewinnen und dabei auch noch Arbeitsplätze zu schaffen!

Dr. Hermann Scheer: Stellungnahme zur österreichischen Ökostrom-Novelle
Wie der Vorsitzender des Weltrats für Erneuerbare Energien die Chancen für Österreich sieht...
http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1015176

Sharp Manager: Österreich wird zum energiepolitischen Entwicklungsland
Sharp Electronics ist der grösste Solarmodul-Produzent der Welt- Robert Mayr, Sales Manager Sharp Solar Business-Group Deutschland/Österreich im Interview...
http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1015164

Samstag, 27. Mai 2006

Hallo du verkehrte Welt!

Ich möchte zuerst einen Dank und etwas Bewunderung für Dominik kundtun, der diesen Laden hier (und noch andere!) auch ganz allein schmeisst, wenn wieder mal alle um ihn herum gerade in der Luft hängen.
Dann habe ich vor etwa einer Woche eine E-Mail von einem Herrn erhalten, der gerne einen Gastblog schreiben würde und mich sehr darüber gefreut.
Dom hat daraufhin sofort eine neue Rubrik kreirt wodurch dieses Portal mehreren Leuten die Möglichkeit zu Aktivitäten bieten kann und hoffentlich auch wird. Zu finden ist diese Rubrik namens "Aktiv werden" links unter "Links".
frisch verwandelt hat noch keine roten Augen

Was ich eigentlich anbringen wollte: Thema Kernenergie

Hätte mich vor einem Jahr jemand über meine Meinung zu dieser Technologie gefragt, ich wäre irgendwo zwischen Vorteilen und Nachteilen hin und hergependelt und schließlich unentschlossen verblieben. Dies hat sich in der letzten Zeit durch einiges an Input aus Vorlesungen und Vorträgen um den 20. Jahrstag des Unfalles in Tschernobyl jedoch geändert und ich fühle mich nun recht wohl in der Rolle eines Atomkraftgegners.

Zu Beginn ein paar grundlegende Daten:
Anteil der Kernkraft an der Primärenergieproduktion: Weltweit 2.5%, EU-weit 14.6%
Anteil der Kernkraft an der Stromproduktion: Weltweit 16%, Westeuropa ca. 30%
Weltweit sind derzeit 436 Atomkraftwerke in betrieb.

Uranvorkommen:
Auf einer Seite namens kernenergie.de deren Position sich sehr gut an dem Satz "Uran ist von der Ressourcenbasis her eine nachhaltige Energiequelle." erkennen lässt, habe ich einen Bericht namens "Wie lange reicht das Uran" gefunden: Sollte sich der Uranpreis von heute 26 US$/kg Uran auf 130 US$/kg Uran verfünffachen (!), so können wir hinreichend gesicherte Vorräte für 47 Jahre annehmen. Rechnet man jedoch alle Vorräte, die auch nur in den kühnsten Vermutungen von OECD/NEA und IAEA vorkommen zusammen, so kommen wir auf eine statistische Reichweite von 166 Jahren bei heutiger Abbaurate (also ohne Ausbau!) und erheblich gestiegenem Preis, der die Wirtschaftlichkeit des Abbaus erst ermöglicht, da erheblich mehr Energie aufgewendet werden muss um den Rohstoff der Erde zu entreissen.
An dieser Stelle möchte ich auch noch dazu aufrufen, derartige Zahlen immer nur als ungefähre Anhaltspunkte zu verstehen. Jede Institution erhält abhängig von Vorgehensweise und Intension andere Ergebnisse. Die Wahrheit liegt wohl wie so oft irgendwo dazwischen.

Donnerstag, 27. April 2006

Atomkraft durch die Hintertür

atommeiler

Vor 20 Jahren ist der GAU in Tschernobyl "passiert". Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mit meinem Bruder im Sandkasten spielte als uns der Vater plötzlich herausgeholt hat. Lange Zeit durften wir nicht mehr im Sand spielen.

20 Jahre nach dem GAU scheint die Atomkraft wieder auf dem Vormarsch. Fossile Energieträger werden immer teurer und gehen bald zu Ende und das Klima will geschützt werden. Es ist wahr, dass Atomkraft CO2-neutral ist, aber wollen/können wir mit dem Risko eines weiteren GAUs leben? Wohin mit dem radioaktiven Material, das noch viele Jahrhunderte strahlen wird?

Manche werden denken, dass in Österreich doch eh ALLE (Parteien) gegen die Atomkraft sind. Die Frage ist aber auch wie sehr sie sich für einen europaweiten Ausstieg einsetzen. Lesenswert finde ich das ÖVP-Atom-Sündenregister (pdf). Werde Anna Franz um einen Kommentar diesbezüglich bitten.

Ökostromnovelle
Einen Punkt möchte ich ganz besonders herausstreichen. In der neuen Ökostromnovelle (Ende Mai im Parlament) soll die Ökostromförderung massiv zurückgeschraubt werden. Österreich wird also mehr Strom importieren müssen - woher wohl? Gott sei Dank haben wir um uns AKWs wie Temelin, Bohunice, .... ?!
Der VKW-Strom besteht beispielsweise aus 17% Atomstrom - Tendenz steigend.

Linktipps: Und was meinst du dazu? Wer übernimmt die Verteidigung der ÖVP? (siehe Sündenregister)

verkehrt.net

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Zuletzt aktualisiert: 2. Nov, 16:00

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