Mittwoch, 18. April 2007

Gastbeitrag: Bedenken zur AG Verkehr

von MMag. Kurt Bereuter. Kurt stammt aus einer Bregenzerwälder Handwerkerfamilie, studierte Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Soziologie, Unternehmensführung und Marketing; Politikwissenschaften und Philosophie mit dem Schwerpunkt "Existenzphilosophie"; 1995 gründete er das Vorholz-Institut für Praktische Philosophie.

Gerne schildere ich dir meine Bedenken zur AG Verkehr bei der Welterbe-"Geschichte". Ich halte alle visionären Ideen und Vorschläge für gut und wertvoll. Aber - es darf nicht vergessen werden, dass es drängende Probleme im Bregenzerwald gibt - und nach Eröffnung des Achraintunnels (man ist dann einfach schneller weiter weg und heute fragt man sich noch nicht wieviel das Hinfahren" kostet, sondern wie lange braucht man dorthin - und in Zukunft eben ein bißchen weniger lang, oder man kommt ein bißchen weiter in der selben Zeit wie bisher und so wird man mehrmals und weiter fahren durch diesen nicht fertig gedachten Tunnel, aber das mit dem "Fertigdenken kennen wir ja im Rahmen der Verkehrspolitik) und des weiteren Ausbaues der Schigebiete noch mehr geben wird. Das ist ganz einfach die Masse des individualisierten PKW-Verkehrs durch den Bregenzerwald. Und ich bin der pessimistischen Meinung, dass erst eine massive Verteuerung des Treibstoffs dieses Problem (allerdings auf sehr unsoziale Weise) maßgeblich eindämmen wird. Bis dahin sollten wir uns dem Problem auch als "aktuelles Problem" annehmen und die dahinterliegenden Fragen die anstehen auch angehen. Und zwar offen und ehrlich, weil sonst heißt es dann wieder wie beim Achraintunnel, "man hat uns nicht gefragt, wir waren nicht Anrainer."

Also die Fragen sind folgende:
Wie stark wird der Verkehr in Alberschwende, Egg und Andelsbuch durch die Zentren zunehmen und was gedenkt die Politik zu tun? Ist eine Umfahrung für Alberschwende und eine Untertunnelung für Egg wirklich die kluge Lösung, oder öffnen wir nicht einfach weitere "Schleusen"? Wenn nämlich die visionären Ideen umgesetzt werden und greifen, könnten wir die "Schleusen" geschlossen halten und die geplagten Menschen an der Bundesstraße könnten trotzdem entlastet werden. Aber wer glaubt wirklich daran? Und was wird wirklich geplant? Projekte soll es ja für alles schon geben - und es wird ja auch an diesen Projekten gearbeitet. Was gibt es für Zeithorizonte für solche große Maßnahmen? Wer sagt uns die Wahrheit zum Planungsprozess? Mir graut schon wieder vor einer schnellen Umsetzung ohne viel Denken und Einbeziehen der Bregenzerwälder wie beim Achraintunnel. Hoffentlich täusche ich mich. Aus der Vergangenheit weiß ich aber, ich täusche mich nur selten, oder besser, ich lasse mich nur selten täuschen.

Viel Erfolg und viel Lebensqualität für die Menschen wünscht Kurt Bereuter.

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Andreas.Schneider - 19. Apr, 09:41

im Wasserbau (sofern es sowas geben kann) glaubte man eine Zeit lang die Hochwasserproblematik durch das erhöhen von Dämmen und Mauern in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig wurde der Flusslauf eingeengt und die Geschwindigkeit des Abflusses erhöhte sich dadurch. Heute weiss man, dass dadurch das Problem nicht nur verlagert (nach unten) sondern auch verstärkt (akkumuliert) wurde.
Nachvollziehbar, dass sich durch das öffnen einer Schleuse neue Engstellen offenbaren; heutige Wasserbaustrategie: Verlangsamen und Verbreitern;

bartenstein - 19. Apr, 11:53

Ich sehe die Analogie zwischen Wasserbau und Straßenbau darin, dass in beiden Bereichen ein Umdenken stattfindet, weil die Ziele nicht erreicht wurden und negative Auswirkungen augenscheinlich wurden.
Ein gravierender Unterschied ist, dass die Wassersmenge eine vom Menschen nicht zu beeinflussende Größe ist (abgesehen von indirekten Auswirkungen durch Klimaveränderung, etc.) und der Verkehr eine vom Menschen maßgeblich beeinflusste Variable ist. Eine Flußverbreiterung führt wohl nicht dazu, dass neue Wasserströme erzeugt werden, ein Straßenausbau hingegen führt zu neuem Verkehr. Vielleicht müsste die heutige Verkehrsstrategie "Verlangsamen und Verschmälern" heißen?

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