Being Erin Brockovich
Bigger, better, faster .... more!
Das ist verrückt. Es war schon ein merkwürdiges Gefühl mit einer Seilbahn den Diedamskopf zu 'erklimmen' - jedenfalls wurde ich am Diedamskopfgipfel nicht von diesem Gefühl tiefen Glücks ergriffen, das mich nach beschwerlichem aber lohnendem Aufstieg immer überkommt. Wahrscheinlich hatte dies auch mit unserer Mission zu tun - die Orte für den geplanten Ausbau des Skigebietes mit Falzerkopfbahn und Sonnenhangbahn zu begutachten.
Sensible ZoneEine Hinweistafel mit dem Vermerk nicht abseits der ausgewiesenen Wege zu wandern, um die ökologisch sensible Zone zu schützen hat uns beiden ein Schmunzeln entlockt - kann es denn wirklich wahr sein, dass gleichzeitg eine derart weitreichende Skilifterweiterung gefordert wird? Und wie kann es möglich sein, dass diese Wanderaktion einer Partei von dem Konzern finanziell unterstützt wird, der eben diese Skilifterweiterung fordert? Haben die Medien nicht auch die Pflicht solch unpassende Verquickungen aufzudecken und kritisch zu hinterfragen? Ich meine schon.
DammbruchNach dem Aufstieg auf den Falzerkopf wurde uns die Tragweite dieses möglichen Skigebietausbaus erst richtig augenscheinlich. Die zweite Bahn würde den weitläufigen Sonnenhang erschliessen und damit ein noch weit grösseres Gebiet erschliessen als von uns angenommen. Neben den Eingriffen in dieses sensible Ökosystem stellt sich mir auch die Frage nach dem zusätzlichen Verkehr - wie soll der Bregenzerwald und vor allen die vorgelagerten Gemeinden den noch mehr werdenden Verkehr schlucken? Wollen wir wirklich auf Massentourismus setzen oder wäre es doch nachhaltiger Qualitätstourismus zu forcieren? Vor allem ist zu befürchten, dass eine Ausbaugenehmigung für den Diedamskopf einen Dammbruch auslösen könnte: der ökologisch bedenkliche Zusammenschluss von Warth-Lech und Mellau-Damüls würde dann wohl schwer aufzuhalten sein!
GemeinsamNoch ist nichts verloren, aber die Zeit läuft. Es gilt die Verantwortlichen in der Landesregierung auch bei der Landtagswahl am 19. September 2004 zu überzeugen, dass Alternativen zu diesen Ausbauplänen geprüft werden müssen ... denn unsere Kinder haben das Recht auf eine intakte Umwelt.
Nach dem Abstieg über die Halden-Hochalpe erreichten Andres und ich Schönenbach, wo wir unsere Füße im kühlen Bach badeten, Käsknöpfle aßen und dann mit dem Postbus nach Egg fuhren. Danke Andres!


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